09.01.2015
Obwohl Melbourne für sich eine ziemlich große und beeindruckende Stadt ist, ist es Sydney an das man denkt wenn das Wort Australien fällt. Keine Australienreise ist wirklich eine Australienreise ohne dass man die gezwiebelte Oper sieht, über die Harbour-Bridge flaniert und sich bei Bondi-Beach mit Touristen um die besten Plätze schlägt.
Alle Wege führen nach Sydney, aber da ich im Herzen doch nur ein mittelloser Student bin, wird natürlich mit der billigsten Airline Australiens geflogen. Jetstar fliegt nicht vom Hauptflughafen Tullamarine Airport sondern von dem Nebenflughafen Avalon Airport. Flughafen ist in diesem Fall fast eine Übertreibung, abgesehen von den obligatorischen Start- und Landebahnen besteht dieser aus einer einzelnen, nicht einmal besonders großen Halle. Vom Check-In zum Boarding sind es vielleicht fünfzig Meter, und verpflegungsmäßig hat man die Auswahl von sage und schreibe zwei Imbiss-Ständen am gesamten Gelände.
Sydney an sich ist vor allem eins: viel zu heiß. Es strömen die Massen deshalb regelmäßig zu den stadteigenen Stränden, vorrangig natürlich nach Bondi Beach. Sonnenbrand gibt es auch bei bewölktem Wetter inklusive, das Ozonloch lässt grüßen. Sogar surfen kann man in der Stadt. Das einzige unmögliche ist dort zu leben, denn die Preise für Immobilien sind derzeit auf einem All-Time-High und deshalb absolut unleistbar. Genau wie ein Hostel an New-Years Eve, wo man sich ein Bett in einem 12-Bett Zimmer schon 240 Dollar kosten lassen muss.
Sydney zu Neujahr ist kurz gesagt wie Paris zu jeder Zeit : Durchaus schön, aber die Menschen machen dir einen Strich durch die Rechnung. Ein wackerer Abenteurer lässt sich davon natürlich nicht aufhalten, badet in Sonnencreme, selbst wenn es draussen bewölkt ist und begibt sich auf mehrstündige Pfilgerwanderung von einem Strand zum nächsten, bis man schlussendlich am bekannten Bondi-Beach ankommt. Der ist nicht unbedingt spektakulärer, oder irgendwie größer als die 4 Strände davor, aber dafür steht er in jedem Touristenführer als Top-Attraktion drin und dementsprechend kompetitiv geht es dann auch vor Ort zu.
Wer danach noch nicht genug hat, kann am nächsten Tag mit der Fähre nach Manly fahren, eine Art Vorort von Sydney für die besonders gut Betuchten und die, die ihr Sixpack herzeigen wollen aber in der Innenstadt zuviel Konkurrenz vermuten. Das spektakulärste an der ganzen Sache ist allerdings die Hinfahrt, eine halbstündige Reise mit der Fähre welche die Zwiebeloper ziemlich umrundet und dafür besonders exquisite Ausblicke anbietet.
Die Sydney Harbor Bridge ist die weltweit größte Einzelbogenbrücke und ein richtig dicker Brocken. Sie wird rund um die Uhr von einem eifrigen Maltrupp neu gestrichen. Die Brücke komplett zu lackieren dauert um die zehn Jahre, und nachdem das erledigt ist muss sofort auf der anderen Seite wieder angefangen werden. Ein zukunftsicherer Job. Wer sich besonders fühlen möchte, kann auf die Brücke auch hinaufklettern, das kostet allerdings viel und es waren schon mehr als 1 Millon andere Touristen, darunter der gesamte Cast von Game of Thrones, vor dir oben. Aber die Aussicht ist dafür ziemlich episch.
Richtig spannend wird es natürlich zu Silvester. Anders als in Österreich, wo jeder brave Bürger, der älter als 3 Jahre ist, eifrig Schwarzpulver in den Himmel verfrachtet, gelten in Australien strenge Regeln. Zivilisten schießen grundsätzlich einmal gar keine Raketen, dafür müssen sich die Stadtregierungen halt extra ins Zeug legen . Das hat ungewohnte Folgen. Während man in Wien kaum weiß, wo man genau hinschauen soll da ja die gesamte Stadt am explodieren ist, gibt es in den Australischen Großstädten ganz bestimmte Spots wo jedes Jahr ein Feuerwerk stattfindet. Jeder sieht also das gleiche Feuerwerk auf den immer gleichen drei, vier Hochhäusern im Stadtkern. Das kann man gut finden, sollte man aber nicht.







